Tobias Elsässer - One: Die einzige Chance /Rezension/

| 20 Oktober 2013 | , , , |

Kurz nach dem Abitur gerät Samuel Pinaz in den Albtraum seines Lebens. Der Sohn eines erfolgreichen Mathematikers bricht von Hongkong nach Frankfurt auf, als ein bestialischer Mord seine Zukunftspläne durchkreuzt. Deutschland befindet sich im Ausnahmezustand.
Demonstranten legen das öffentliche Leben lahm. Handynetze brechen zusammen.
Da begegnet der 19-jährige Samuel Fabienne. Sie gehört zu einer Protestbewegung,
die das Finanzsystem des zerrissenen Europas mit einer Revolution in die Knie zwingen will. Als ein weiterer Mord geschieht, begreift Samuel, dass sein Vater der Nächste auf der Liste des Killers ist … Ein gesellschaftlich und politisch hochbrisanter Thriller über eine Revolution, die mit modernsten Mitteln geführt wird und jeden Tag beginnen könnte.
Zuerst muss ich sagen, dass das Buch ein sehr tiefgründiges Thema behandelt. Es geht um Politik, Geld und Wirtschaft und es ist kein Buch für Zwischendurch, das ist schon mal sicher. Es ist nicht richtig eine Dystopie, aber leichte Anzeichen hat es schon: Eine Gruppe von Menschen, die mit einer Revolution und einer utopischen Idee die kaputte Welt (in diesem Fall unsere heutige kapitalistische Staatsform) verbessern wollen. Die Idee dahinter finde ich wirklich faszinierend und das Thema beschäftigt mich immer noch. Trotzdem erkenne ich viele Schwachstellen, die den Charakteren des Buches wohl nicht auffällt, beziehungsweise nicht auffallen will: Die Menschen werden sich auf jeden Fall sträuben, wenn ihr Vermögen auf eine bestimmte Summe reduziert wird - schließlich ist es ihr hart erarbeitetes Geld. Und natürlich stehe ich nicht hinter der Ausbeutung vieler Arbeiter, aber nachdem der "Reset"-Button gedrückt wird, wird sich doch alles wiederholen; die künftige Regierung könnte nicht alle Menschen kontrollieren.
Also, das Buch ist nicht für die, die sich nicht für Politik interessieren und/oder keinen Schimmer haben, was vor sich geht; ich denke, ein wenig Hintergrundwissen könnte nicht schaden.
Ich würde mich sehr über Kommentare mit eurer Meinung freuen! :)
Ich als 14-jährige Gymnasiastin habe trotzdem alles verstanden, und jetzt geht's zur eigentlichen Rezension:
Das Cover finde ich sehr gelungen! Am meisten mag ich im Hintergrund die "vorbeiflackernden" Zahlen, hätte es aber besser gefunden, wenn auch mal andere Ziffern als "0" und "1" vorgekommen wären. Im Vordergrund sieht man den Titel, sowie den Namen des Autors in dieser grünen Neonfarbe, die mich so ein bisschen an die Dollarscheinfarbe erinnert.
Die Charaktere:
Samuel, der Sohn von Vincent Pinaz, hat auf mich am Anfang einen ziemlich arroganten Eindruck gemacht. Er hat sich kein bisschen für die Organisation, für die Fabienne kämpft, interessiert und man wusste als Leser teilweise auch gar nicht, woran das liegt, da man wenig in Samuels Innere schauen kann. Keine Gefühle, Erklärungen, oder sonst etwas. Etwas schade, da man ja das Ganze aus Samuels 3. Personen-Sicht sieht und versteht.
Fabienne konnte ich am Anfang nicht richtig einschätzen. Sie hat praktisch jede fünf Minuten Stimmungsschwankungen und das lässt sie echt blöd wirken. Ich hatte da so eine Theorie über sie, nämlich dass sie nur so verbissen an der Revolutionsgruppe hängt, weil Samuel sie zum Denken bringt und sie verunsichert, aber ich glaube nicht, dass das stimmt. :)
Kayan ist der Auftragsmörder, aus wessen Sicht man jedes zweite Kapitel liest, aber ich bin mir immer noch nicht klar darüber, weshalb das überhaupt so ist. Ich meine, etwas Besonderes erfährt man durch ihn über die Geschichte eh nicht.. Außerdem ist er für mich eine höchst unlogische Person - zum einen der kaltblütige Killer, zum anderen der liebevolle Vater von (wenn ich mich nicht täusche) zwei Kindern und Ehemann. Außerdem passiert ihm genau während diesem Fall solche amateurmäßige Fehler. Ziemlich unglaubhaft, finde ich.
Der Schreibstil hat mir nicht gefallen. Aus dem einfachen Grund, dass er echt lau ist. Keine Gefühle aus Samuels Sicht, einfach nur die Ereignisse lieblos aneinandergereiht. Außerdem finde ich einige Charaktere ungelungen.
Ich vergebe 3 von 5 Herzchen, weil das Thema das Buch etwas aufgewertet hat! Für mich leider dennoch ein Flop!
Hier noch ein paar Bilder:









Autor: Tobias Elsäßer
Tobias Elsäßer
Foto: (c) Archiv Sauerländer
Tobias Elsäßer, geboren 1973, arbeitet als freier Journalist, Autor und Gesangslehrer. Darüber hinaus leitet er Schreibwerkstätten und Songwriter-Workshops für Jugendliche und schreibt Drehbücher. Mit seinem Roman ›Abspringen‹ gewann er 2010 das Kranichsteiner Literaturstipendium vom Deutschen Literaturfonds und dem Arbeitskreis für Jugendliteratur. Sein Roman ›Für niemand‹ stand u. a. auf der Auswahlliste »Die besten 7 Bücher für junge Leser«.
Titel: One - Die einzige Chance
Seitenanzahl: 400 Seiten
Preis: - Hardcover: 16.99 €
         - eBook: 14.99 €
Leseprobe: Hier
 
Vielen Dank an Lovelybooks für die tolle Leserunde und natürlich auch an den Verlag, der das Buch vergeben hat!
edit

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